Herr Baumann & Chefarzt Dr. Moustafa – Das Wiedersehen

7 Mal dem Tod von der Schippe gesprungen“ – Ein Patient erzählt seine Geschichte

„Sieben Mal dem Tod von der Schippe gesprungen“ – Ein Patient erzählt seine Geschichte

Am 2. Juli 2024 erlitt Herr Baumann völlig unerwartet eine Hirnblutung. 7 Wochen lang lag er im Krankenhaus im Koma. Seine Familie und die behandelnden Ärztinnen und Ärzte bangten um sein Leben.

Am 20. August wurde er in unsere Klinik verlegt – zu diesem Zeitpunkt noch bewusstlos und künstlich beatmet. Aufgrund mehrerer medizinischer Komplikationen musste er zunächst auf unserer Intensivstation in Isolation behandelt werden. Gemeinsame Mahlzeiten, Aufenthalte im Freien oder kleine Alltagsroutinen waren in dieser Zeit nicht möglich – eine besonders herausfordernde Phase, die er dank der einfühlsamen Begleitung und beständigen Fürsorge unseres Teams bewältigen konnte.

Kleine Schritte, große Fortschritte

Bis Mitte Oktober schien sich sein Zustand kaum zu verändern. Dann aber setzte eine Entwicklung ein, die ihn und seine Angehörigen mit neuer Hoffnung erfüllte. Jeden Tag konnte er ein Stück mehr vom Beatmungsgerät gelöst werden – zunächst für eine Stunde, dann zwei, vier und schließlich die ganze Nacht.

Besonders eindrücklich erinnert sich Herr Baumann an eine unserer Pflegekräfte, die ihm sagte:

„Wissen Sie, Herr Baumann, ich habe das Ziel, dass wir Ihnen jeden Tag irgendetwas abnehmen – sei es eine Kanüle, ein Pflaster oder ein Schlauch. Schritt für Schritt lösen wir uns von diesen Dingen.“

Dieses konsequente, zielgerichtete Vorgehen gab ihm das Gefühl, dass es trotz aller Einschränkungen immer einen Fortschritt gab.

„Wenn man den ganzen Tag im Bett liegt, der Kopf funktioniert, man aber nicht aufstehen darf, weil Ernährung und Beatmung künstlich laufen – dann ist es unheimlich wertvoll, jeden kleinen Fortschritt zu spüren. Das hat mir unglaublich viel Kraft gegeben.“

Eine Nacht, die alles veränderte

Ein Moment hat sich besonders tief eingeprägt: In einer kritischen Nacht hörte der Patient plötzlich auf zu atmen. Bevor er am nächsten Tag zur Computertomografie nach Freiberg verlegt werden sollte, griff Chefarzt Dr. Moustafa persönlich ein. Mit dem Ambubeutel beatmete er händisch – Atemzug für Atemzug – und blieb unermüdlich bis in die Morgenstunden an seiner Seite, bis sich der Zustand schließlich stabilisierte.

„Mir war vollkommen klar: In jedem Moment hätte er entscheiden können, aufzuhören. Dann wäre ich gestorben. Aber er hat nicht aufgehört. Er hat mich so lange mit dem Ambubeutel beatmet, bis ich wieder selbst atmen konnte. Dafür empfinde ich bis heute eine unendliche Dankbarkeit.“

Für Herrn Baumann ist dieser Moment ein Sinnbild für die Leidenschaft und das Verantwortungsbewusstsein, mit dem Dr. Moustafa und das gesamte Team arbeiten.

„Er und das gesamte Team machen ihre Arbeit mit Herz und Leidenschaft – und das spürt man. Ihre Ruhe, ihre Entschlossenheit und ihre Menschlichkeit haben mir in dieser schweren Zeit Sicherheit gegeben. Dafür bin ich zutiefst dankbar.“

Hoffnung, Selbstheilung und die Rolle der Angehörigen

Herr Baumann hat während seiner Zeit auf der Intensivstation vieles beobachtet, was ihn bis heute bewegt. Besonders wichtig ist ihm eine Botschaft an andere Patient*innen:

„So schwer es auch ist: Bleiben Sie positiv und geben Sie sich nicht auf. Nur so können die Selbstheilungskräfte wirken. Jede Therapie, jede Anwendung – auch wenn es nur kleine Fortschritte sind – bringt Sie voran. Manchmal geschieht es ganz plötzlich, dass sich vieles aufbaut und sich dann große Schritte zeigen.“

Ebenso eindringlich richtet er sich an Angehörige:

„Besuchen Sie Ihre Liebsten in der Klinik. Ich habe erlebt, wie sehr Menschen leiden, die keinen Besuch bekommen. Nähe, Zuwendung und das Gefühl, nicht vergessen zu sein, sind für die Genesung von unschätzbarem Wert.“

Dankbarkeit und Lebensmut

Rückblickend beschreibt Herr Baumann seine Erfahrungen als lebensverändernd. Sieben Mal, so sagt er, sei er dem Tod „von der Schippe gesprungen“. Doch statt Angst überwiegt Dankbarkeit – gegenüber dem Klinikteam, seiner Familie, seinen Freunden, der Glaubensgemeinschaft sowie seiner Frau, die ihn in dieser schweren Zeit unermüdlich begleitet hat – und für die Kraft, die ihm sein Glaube gegeben hat.

„Ich bin ein gläubiger Mensch. Wenn du dem Tod so nahe stehst – manchmal bewusst, manchmal ohne Bewusstsein – verändert das etwas. Dankbarkeit und Demut haben für mich eine neue Bedeutung bekommen. Mit 50 wollte ich noch nicht sterben. Ich hatte noch etwas vor. Und genau das hat mir Kraft gegeben, weiterzukämpfen.“

Seine Fortschritte gehen weiter: Zwar hat er noch eine leichte Sprachbeeinträchtigung, doch er ist zuversichtlich, dass auch diese bald überwunden sein wird.

Wir wünschen Herrn Baumann für seinen weiteren Weg alles Gute, viel Kraft und Zuversicht – und danken ihm herzlich für die Offenheit und das Vertrauen, seine Geschichte mit uns und unseren Leser*innen zu teilen.


Ein Beispiel für Hoffnung
Diese Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie wichtig medizinische Expertise, intensive Pflege und menschliche Zuwendung im Genesungsprozess sind. Sie verdeutlicht auch, welche Rolle die innere Haltung spielt: Hoffnung, Kampfgeist und Dankbarkeit können entscheidende Kräfte entfalten!

Für unser Team in der Klinik Am Tharandter Wald ist seine Geschichte zugleich Bestätigung und Ansporn.
Denn die Arbeit, die hier täglich geleistet wird, ist nicht nur medizinisch – sie ist lebensverändernd und oft lebensrettend.


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